Zweiländermuseum Streufdorf macht die Schreckensherrschaft der DDR deutlich

Was kann sich unsere Generation noch groß unter Zonengrenze und DDR vorstellen? Im Geschichtsunterricht kommt das Thema kaum vor. Eigene Erinnerungen natürlich Fehlanzeige. Erzählungen von Zeitzeugen höchstens anlässlich irgendwelcher Feierstunden. Insofern ist der Besuch des Zweiländermuseums Streufdorf ebenso lehrreich wie interessant für uns. Zumal wir mit Bürgermeister Horst Gärnter einen Führer durch die Ausstellung haben, der die Schrecken der deutsch-deutschen Teilung noch aus eigener Erinnerung und Erfahrung lebendig werden lässt.

Schnell verschwindet das Lachen und Witzeln aus unserem Gesichtsausdruck, als wir vor dem Modell der ehemaligen Grenze stehen und Horst Gärtner auf Mienenstreifen, Selbstschußanlagen, Betonmauer und Stacheldrahtzaun deutet und von Schießbefehl und Hundemeuten berichtet. Je mehr er erzählt, desto betroffener werden wir. Und desto wichtiger erscheint uns eine Einrichtung wie dieses Zweiländermuseum in der Gemeinde Streufdorf mit seinem Netz an 11 Außenstationen im gesamten Rodachtal. Hierzu zählt auch das sogenannte „geschliffene Dorf“ Billmuthausen, dem wir ebenfalls einen Besuch abstatten. Hinter dem Zweiländermuseum steht einerseits der engagierte Bürgermeister der Gemeinde Straufhain, Horst Gärtner, der uns auch persönlich führt und informiert. Aber er kann sich stützen auf das kommunale Netzwerk der Initiative Rodachtal, die eben genau für eine länderübergreifende kommunale Zusammenarbeit eintritt.

Die Schrecken der ehemaligen DDR macht uns Horst Gärtner an vielerlei Beispielen deutlich. Die Schicksalsberichte dazu finden sich ebenfalls im Museum. Getrennte Familien, Zensur, Aushebelung der Meinungsfreiheit, Zwangsarbeit – man kann sich eigentlich nicht mehr vorstellen, dass all dies erst gute 20 Jahre vorbei ist. Heute erleben wir das Rodachtal grenzenlos und als einheitlichen fränkisch-thüringischen Lebensraum. Hier scheint bereits zusammengewachsen zu sein, was auch zusammen gehört. Willy Brandt würde sich freuen.

Die Schilderungen von Horst Gärtner sind so authentisch und letztlich auch erschütternd, dass wir die Präsentation zur Geschichte der „Dunkelgrafen“, die heute Premiere im Zweiländermuseum feiert, eigentlich gar nicht so recht wahrnehmen. Wie richtig ist doch der Gedanke von Golo Mann: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht verstehen.“ Oder wie es der amerikansche Philosoph George Santayana ausgedrückt hat: „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen ins Zweiländermuseums nach Streufdorf und andere Gedenkstätten kommen. Denn Nazi-Terror oder sozialistischer Fundamentalismus dürfen keine Chance mehr bekommen!


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