Seßlach ist anders: Hier ist man gerade bei geschlossenem Tor willkommen…

Juli 20, 2011
admin

Normalerweise ist es ja kein gutes Zeichen, wenn man vor verschlossenen Türen steht. In Seßlach ist das jedoch anders. Wenn hier von Samstag Nachmittag bis Sonntag Abend die Stadttore verschlossen werden, dann freuen sich Bewohner wie Gäste, diese wunderschöne mittelalterliche Stadt ohne störenden Autoverkehr genießen zu können. Lediglich die Bewohner der Altstadt und Notdienste können durch das Rothenberger Tor hereinfahren. Die anderen Tore bieten Fußgängern ungehinderten Zugang durch das sogenannte „Nadelöhr“, einer Schlupftür im massiven Holzbalkentor. Will sagen: In Seßlach ist man gerade bei geschlossenem Tor besonders herzlich willkommen.

Unsere kurze Rast auf einer Bierbank vor einem der typisch fränkischen Wirtshäuser wird durch Nichts (!!!) gestört. Beim Fotografieren kann man sich auch auf der Straße die beste Position suchen und das Motiv in den rechten Rahmen rücken. Und tatsächlich: von der Straßenmitte aus wirken die malerischen Fachwerkhäuser auf beiden Straßenseiten noch einmal so schön. Sicherlich ein mutiger Schritt des Seßlacher Stadtrats und ihres engagierten Bürgermeisters Hendrik Dressel, die Stadttore am Wochenende zu schließen. Aber die Resonanz ist überwiegend positiv, wie man uns erzählt.

Wie soll man am besten beschreiben, wie man Seßlach erleben kann? Da gibt es ein aktives Städtchen, das sich für das Altstadtfest und andere Feierlichkeiten ganz besonders herausputzt. Wir erleben dagegen einen Samstag mit „normalem“ Stadtleben, wie es sich wohl immer abspielt. Und weshalb uns ins Seßlach anscheinend auschließlich zufriedene Bürgerinnen und Bürger begegnen, die sich pudelwohl in ihrer 1.200-Seelen-Stadt fühlen.

Plötzlich krachen Böller und es erklingt Blasmusik. Ein Ständchen für uns? – Nein, aus der Stadtpfarrkirche tritt ein Brautpaar, das von den Musikern der Stadtkapelle erwartet wird. So werden wir auf unserem Weg durch die Pfarrgasse zum Brauhaus von flotten Musikklängen begleitet. Geführt werden wir übrigens vom Ritter von Seßlach in seiner eisernen Rüstung höchstpersönlich! Am Fuß des Storchennestes erwartet uns schon der Braumeister, um uns seine Wirkungsstätte zu zeigen. Verwöhnt von Besichtigungen einiger großer Braustätten, sind wir doch überrascht, auf kleinstem Raum alle Bestandteile einer Brauerei wiederzufinden. Aber was uns vor allem von der Qualität der über 650-jährigen Brautradition überzeugt, ist natürlich ein (eventuell auch mehrere…) kräftiger Schluck Jungbier aus dem Holzkrug.

Nach einer reichlichen fränkischen Brotzeit, bei der das Seßlacher Bier natürlich ebenfalls nicht fehlen darf, setzen wir unseren Stadtrundgang mit Besteigung der Tortürme fort. Besonders vom Hattersdorfer Turm genießen wir einen wunderschönen Ausblick. Die Form der Turmhaube, die an einen umgedrehten Schiffsrumpf erinnert, weckt unser besonderes Interesse. Für Kinder ist sicherlich der Rothenberger Torturm interessanter, da er als Gefängnis genutzt wurde und ein Plumpsklo hat(te).

Für einen Besuch des Holzbildhauers reicht die Zeit leider nicht mehr. Schade, denn Herr Schott wird uns als Seßlacher Original beschrieben, das viel zum kulturellen Leben in dieser idyllischen Stadt beitragen soll. So verabschieden wir uns von Seßlach, wissend dass unsere Zeit einfach wieder mal nicht ausgereicht hat, alle Winkel zu erkunden. Besonders gefällt uns, dass in Seßlachs Mauern noch altes Handwerk lebendig ist, angefangen von Metzger, Bäcker und Brauer, die für das leibliche Wohl sorgen, bis hin zu Schmied, Schuster, Kürschner und Holzbildhauer.

Wir haben jedenfalls verstanden, dass trotz verschlossener Tore, Seßlachs Türen für Gäste immer offen stehen!


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