Die Reise

September 16, 2011
admin

Fünf Studierende der European School of Design haben sich für einige Tage aufgemacht, das thüringisch-bayerische Gebiet zwischen der Fränkischen Krone (Veste Coburg) und der Fränkischen Leuchte (Veste Heldburg) und das gesamte Rodachtal zu erkunden. Ausgerüstet mit Film- und Fotokameras, Veranstaltungshinweisen, Navi-Geräten und netten Guides vor Ort sind sie durch diese ehemalige deutsch-deutsche Grenzregion gezogen, haben Feste mitgefeiert, Schlösser, Burgen und Museen erkundet, unterschiedlichste Bratwürste getestet und einiges aus der bewegten Vergangenheit dieser besonderen Region mitgenommen. In der Rubrik „Stationen“ können Sie ihre Reise mitverfolgen und finden Sie Beiträge, Fotos und Filme mit ihren Erlebnissen und Eindrücken. Hier eine kurze Zusammenfassung:

„Unsere Befürchtung, dass es in der zumeist ländlich geprägten Region langweilig werden könnte, verfliegt bereits beim ersten Blick auf den prall gefüllten Programmzettel. Statt der viel gepriesenen Ruhe scheint eher Stress, zumindest aber große Vielfalt angesagt zu sein. Die Tour beginnt mit einem Shopping-Bummel und einer Stadtführung durch die wunderschöne historische Innenstadt von Coburg – dabei ist natürlich auch der Verzehr einer der berühmten Coburger Bratwürste sowie ein Kaffee auf dem Marktplatz angesagt.  So gestärkt machen wir uns auf die Spuren von Martin Luther, der einen kurzen aber wichtigen Lebensabschnitt auf der Veste Coburg verbrachte. Um nicht vom rechten Weg abzukommen, greifen wir dabei auf eine vorbereitete Geocaching-Tour zurück und haben einigen Spaß bei der gemeinsamen „Schatzsuche“. Auf der Veste treffen wir dann tatsächlich auf Martin Luther – damit haben wir nun wirklich nicht gerechnet. Er erzählt sehr spannend von seiner Coburger Zeit und führt uns durch die großartige Festungsanlage. Der Rückweg führt uns durch den herrlichen Hofgarten wieder zurück auf den Coburger Schlossplatz, wo in Kürze Unheilig und Joe Cocker im Rahmen der traditionellen Open-Air-Konzerte aufspielen werden. Schade, dass wir am falschen Wochenende hier sind. Daher werfen wir einen Blick ins Coburger Landestheater (zumindest hinter die Kulissen), bevor wir Coburg verlassen und einige der kulturellen Highlights und Museen der Region bei einer regionalen Museumsnacht besichtigen. Wir erleben dabei Schloss Rosenau in Rödental mit dem einzigartigen Museum für modernes Glas, aber auch das Zweiländermuseum Rodachtal in Streufdorf, in dem wir die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung erläutert bekommen.

Der nächste Tag beginnt sportlich mit Nordic Walking in Bad Rodach und einer Quad-Tour durch das romantische Rodachtal. Aber die ehemalige Grenze und die Erlebnisse des letzten Abends lassen uns nicht los. So treffen wir uns mit Zeitzeugen an einem Friedhof – dem letzten Rest des von der DDR komplett geschliffenen Dorfes Billmuthausen. Ausklingen lassen wir diesen Tag in den beiden Thermen im Rodachtal: Der ThermeNatur in Bad Rodach sowie der Terrassentherme in Bad Colberg.

Aber das Coburger Land ist noch wesentlich vielfältiger. Am nächsten Tag unserer Reise steht ein Besuch in Ahorn und dem dortigen Gerätemuseum an. Der Handwerker- und Töpfermarkt dort ist faszinierend – die Schafsbratwürste übrigens auch. Dass Oldtimer und Sau am Spieß tatsächlich etwas mit einander zu tun haben, erleben wir dann in Gleußen bei einem traditionellen Dorffest. Am Abend genießen wir den Sonnenuntergang im Schloss Ahorn, das sehr romantisch mitten in das Dorf eingebettet ist.

Die Veste Heldburg, auch „Fränkische Leuchte“ genannt, erkunden wir im Rahmen eines Mittelaltermarktes am Tag darauf. Dort soll in den nächsten Jahren das Deutsche Burgenmuseum entstehen. Dabei lernen wir auch die zweitkleinste (aber vielleicht romantischste) Stadt Deutschlands kennen: Ummerstadt. Im Wildpark Tambach hat uns vor allem die Greifvogelschau fasziniert, aber auch die Wölfe und Elche. Auf jeden Fall einen Besuch wert war das mittelalterliche Städtchen Seßlach mit seinen traditionellen Handwerkerläden und dem Kommunbrauhaus.

Nach einer Radtour mit eBikes entlang des künftigen Werra-Obermain-Radwegs und einer Naturführung durch ehemalige Tongruben ist unsere Reise durch das Rodachtal fast schon wieder zu Ende. Nach einem fröhlichen Ausklang auf dem Coburger Frühlingsfest treten wir wieder den Heimweg an. Wir haben Gigabytes an Fotos und Filmen aufgenommen und tausende von Eindrücken gesammelt. Eines ist auf jeden Fall klar: Das Rodachtal hat enorm viel zu bieten für die unterschiedlichsten Interessen. Ein Besuch lohnt sich garantiert. Und Langeweile, die ist bei uns nie aufgekommen. Eher hätten wir uns noch mehr Zeit zum Genießen der herrlichen Landschaft gewünscht.“

Klicken Sie auf die einzelnen Stationen in der Karte, um direkt zu den sehr persönlichen Reiseberichten zu gelangen. Sicher haben Sie genauso viel Spaß bei Ihrer virtuellen Tour durch das Rodachtal und das Coburger Land wie die Studenten und Organisatoren bei ihrem Besuch.

 


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