Billmuthausen: Ein von der ehemaligen DDR fast vollständig „geschliffenes“ Dorf

Den Wahnsinn der deutsch-deutschen Teilung erleben wir hautnah an der Gedenkstätte Billmuthausen. Auf unserer Agenda steht „Billmuthausen – Das geschliffene Dorf“. Darunter können wir uns als Frankfurter Großstadtkinder, alle Baujahr 1985 und jünger, absolut nichts vorstellen. Und auch der erste Blick verrät nichts, aber auch gar nichts davon, dass hier bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts ein kleines Dorf mit Kirche und Guthaus stand. Die ehemalige DDR hat das ganze Dorf mit Ausnahme des Friedhofs dem Erdboden gleich gemacht und die Dorfbewohner zwangsweise umgesiedelt.

Geblieben sind der Friedhof und ein Transformatorenturm.  Ein nach der Wiedervereinigung gegründeter Förderverein Gedenkstätte Billmuthausen e. V. pflegt die Überreste der Dorfanlage. Er hat 1992 auf dem Friedhof einen Gedenkstein aufgestellt, 2004 eine Gedenkkapelle gebaut und ein Mahnkreuz errichtet. Der alte Transformatorenturm wurde rekonstruiert und der Dorfbrunnen wiedererrichtet. Ein nahegelegener Grenzwachturm ist dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) überlassen worden, der ihn als Fledermausquartier  nutzt. Zur Erinnerung an die Billmuthäuser Mühle hat der Förderverein 2005 einen drei Tonnen schweren Mühlstein aufstellen. Außerdem ist die Gedenkstätte durch drei neue Informationstafeln erweitert worden. (Quelle: www.wikipedia.de)

Als uns der ehemalige Gutsbesitzer Herr Ludloff erzählt, wie brachaisch und unmenschlich sich die Räumung des Dorfes abgespielt hat, wird uns so langsam bewusst, was die deutsch-deutsche Grenze für die Menschen hier dargestellt haben muss. Kaum zu glauben, so friedlich wie es heute hier aussieht. Ein gepflegter kleiner Friedhof mit einem schlichten Kreuz. Nur ein kleines Stück Zaun erinnert daran, dass es sich hier um einen Friedhof der ganz besonderen Art handelt.

Herr Ludloff und seine Frau müssen wohl das 80. Lebensjahr bereits überschritten haben. Aber ihre Erzählungen sind wach und lebendig. Sie klagen dabei auch nicht an. Aber etwas Wehmut schwingt schon mit, wenn sie von ihren früheren Besitztümern berichten und dass sie hierfür keinerlei Entschädigung erhalten haben. Es ist ihr Anliegen und ihr Herzenswunsch, eine Mahnung auszusprechen, dass niemand mehr dazu verdammt sein möge, diese schreckliche Geschichte ein zweites Mal zu erleben. Uns hat ihre Mahnung erreicht und wir ziehen weiter mit völlig neuen Eindrücken von der Bedeutung der deutschen Wiedervereinigung.

Im Netz finden sich noch einige Informationen mehr zur Gedenkstätte Billmuthausen, beispielsweise bei Wikipedia oder im Blog des Heimatjournalisten Ulrich Göpfert. Übrigens kann jederman eine solche Führung über die Geschäftsstelle der Initiative Rodachtal buchen.


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